Artikel mit ‘Uni’ getagged
Wenn Murphy kommt…
Montag, 10. November 2008Für Murphy.
Wenn der Tag schon damit beginnt, dass sich ein Dozent auf meinen Fahrradhelm setzt und ihn dabei buchstäblich zu Kleinholz verarbeitet, riecht das schon verdächtig nach Murphy. Und in der Tat, des guten Herren Gesetz dominierte auch den gesamten Rest meines Tages: Schlenk-Kolben folgen dem Ruf der Schwerkraft und verwandeln sich in Scherbenhaufen, Chemikalien sind zu keiner Zeit an dem Ort, wo man sie gerade braucht, und sobald man — einem wahren Wunder gleich — das fertige Produkt vor Augen hat, bricht der Hahn zur Schutzgasleitung ab und man kann nichts als bangen, dass die luft- und wasserempfindliche Substanz noch intakt ist…
Immerhin, etwas Gutes hat’s auch: Morgen kann nur besser werden.
Universitäre Irrenanstalt
Montag, 13. Oktober 2008Nun hat die Vorlesungszeit wieder angefangen und alles ist wie gewohnt: herrlich chaotisch.
Da man schon weiß, dass es voll wird, kämpft man sich bereits eine Viertelstunde vor der Vorlesung in den wohl kleinsten Hörsaal des Instituts und findet trotzdem nur gerade noch einen vernünftigen Sitzplatz. Schließlich erscheint der Dozent und teilt uns mit, dass er diese Pflichtveranstaltung aus ominösen Gründen nicht halten dürfe, wir uns doch beim Dekan beschweren sollen, auf dass sich dieses wohl politische Problem vielleicht lösen lässt, und geht wieder.
Bleibt nur die Frage, wann ich den Passierschein A38 besorgen muss…
Was tun in Kalifornien?
Mittwoch, 08. Oktober 2008Für angehende Kalifornier.
Damit ich nicht umsonst herausgefunden habe, wie man (den Behörden- und Formulardschungel) in Kalifornien überlebt, möchte ich Euch den allgemeinen Erfahrungsbericht, den ich für die Studienstiftung geschrieben habe, nicht vorenthalten.
Raubkopien in der Mensa
Dienstag, 30. September 2008Wenn man der MPAA und RIAA glauben schenkt, werden universitäre Hochgeschwindigkeitsnetze nicht primär zum Austausch wissenschaftlicher Daten, sondern zum Herunterladen und Verteilen illegaler Film- und Musikkopien genutzt. Ganz so drastisch würde ich den Sachverhalt zwar nicht formulieren, doch bin ich ziemlich sicher, dass die Netzwerkadministratoren an Hochschulen eine ganze Menge fragwürdigen Datenaustausch in ihren Netzen fänden, wenn sie denn nachsähen…
Wie dem auch sei, als ich heute die Mensa am Ring in Münster betrat, wunderte ich mich nicht schlecht. Bisher hing über der Essensausgabe eine breite Tafel, auf der in bunten Kreidelettern nicht etwa das aktuelle Speiseprogramm stand, sondern eine gar sonderbare Aussage: “Alle Menü’s in alle Richtungen”. Der widersinnig gesetzte Apostroph trieb nicht nur Lesern des Zwiebelfischs kalte Schauer über den Rücken, sondern kontrastierte auch das angeblich so hohe Bildungsniveau unserer Lehranstalt vortrefflich. Entsprechend hatten wir einst sogar die Idee, diesen Missstand mit Blaumann, Trittleiter und Tafelschwamm zu beheben, doch logistische Probleme sorgten dafür, dass diese Idee nie die Köpfe unserer kleinen Gruppe von Studenten verließ.
Anscheinend ist eine solche Tafel, die weder Strom verbraucht noch multimedial bunt blinkt, auch für eine Nicht-Exzellenzuniversität nicht mehr zeitgemäß und so wurde sie nun durch breitformatige Flachbildschirme ersetzt, über die in naher Zukunft vielleicht der Speiseplan anstatt unseres liebgewonnenen “Menü’s“-Satzes flimmern wird. Fraglich nur, ob es die Anschaffungs- und Unterhaltskosten wert und wirklich notwendig ist, da man an diesem Punkt bereits direkt vor der Ausgabe steht und das Essen quasi vor der Nase hat.
Wie auch immer, heute war auf den Bildschirmen für Stunden nur der Hinweis zu sehen, dass die installierte Version von Windows XP die Echtheitsprüfung von Microsoft nicht bestanden habe und als Raubkopie anzusehen sei… Irgendwie grotesk.
Kleine Taten und große Pläne
Sonntag, 28. September 2008Es scheint, als wäre Zeit nicht nur relativ, wie uns schon Einstein lehrte, sondern obendrein auch stets zu knapp vorhanden. Letzteres ist auch der Grund für die fast dreiwöchige Sendepause auf herzhirnhand.de. Doch die ist nun zu Ende.
Falls jemanden interessiert, was ich in diesen drei Wochen so getrieben habe: Da waren neben einem gigantischen Stapel aufgelaufenen Papierkrams und defekter Elektrogeräte das Astroseminar der Uni Münster, wo es um dunkle Materie und Neutrinos ging; ein einführender Photokurs für den Bekanntenkreis, der die Freuden von Belichtungsmessung, Perspektive & co. kennengelernt hat; ein neues Handy, das eingerichtet, konfiguriert und ausprobiert werden musste; ein Wechsel des Mobilfunkproviders sammt Rufnummernportierung und zu guter letzt eine einwöchige Arbeitsphase des lebenswissenschaftlichen Kollegs der Studienstiftung zum Thema Epigentik. Dort habe ich mich an Lachs und Garnelenspießen gelabt, morgendliche Spaziergänge durch Bonn und in — zumindest, wenn man eine zweidimensionale Welt annimmt — den Rhein gemacht, die Nächte mit Bowling spielen, Filme gucken und angeregter Konversation verbracht, Tomaten und Physalis im Garten des MPI für Züchtungforschung verspeist und natürlich viel über (Epi)genetik gelernt. Einziger Haken: der drahtlose Internetzugang im christlich geführten Tagungshaus war nur über einen HTTP-Proxy möglich, der sehr restriktiv den Zugriff auf unzählige, mitunter völlig harmlose Internetseiten wie beispielsweise meine eigenen blockierte und die Nutzung nicht HTTP-basierter Dienste wie VoIP unmöglich machte…
Für die nächste Zeit steht nun das Schreiben einer Unmenge an Berichten, eine Diplomprüfung in organischer Chemie, die generelle Organisation des nächsten Semesters und regelmäßiges bloggen an. Obendrein geistern da eine ganze Menge verrückter photographischer Ideen durch meinen Kopf. Mal schauen, welche davon meinen Schädel verlassen und zu Bildern werden.
Graduation Party
Dienstag, 17. Juni 2008Für Pat.
An den letzten beiden Wochenenden wurden an der UCSB die akademischen Grade an die diesjährigen Absolventen verliehen. Obwohl das Tragen von traditioneller Robe und Hut dabei keine Pflicht mehr ist, entscheiden sich die meisten freiwillig dazu. Entsprechend zeremoniell und pompös wirken die Verleihungsfeierlichkeiten — quasi genau so, wie man es aus Film und Phantasie kennt…
Eine meine Mitbewohnerinnen hat nun ihren Bachelor und zieht in der nächsten Woche nach Frankreich, zwei Kollegen aus dem Labor tragen jetzt den Bachelor- bzw. Doktortitel. Entsprechend konnte ich mich in den letzten Tagen vor Feierlichkeiten inklusive köstlichem Essen kaum retten.
Die Party anlässlich Pats Promotion erfüllte so ziemlich alle Vorurteile, die man gegenüber Chemikern und Amerikanern haben kann: In einem abgelegenen Strandhaus mit malerischem Küstenambiente haben wir bei Kaminfeuer — ernsthaft! — ein köstliches mexikanisches Buffet gefolgt von einer herrlichen Sahnetorte genossen und schließlich Eiscreme unter Verwendung von flüssigem Stickstoff frisch zubereitet und sogleich verputzt… phantastisch.
Dunkelrote Brille
Sonntag, 08. Juni 2008Für Martin.
Schaut auf das blaue Auge des gelben Fisches und zählt langsam bis 30, ohne Eure Augen zu bewegen. Schaut danach sofort auf eine weiße Fläche und versucht wiederum die Augen möglichst still zu halten…

