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Die M&M’s-Vielfalt: Erdnussbutter
Freitag, 16. Mai 2008Obwohl ich von den Mandel-M&M’s wie hier berichtet nicht sonderlich angetan war, habe ich mit der Erdnussbuttervariante nun eine weitere exotische, nur in den USA erhältliche M&M’s-Sorte ausprobiert.
Ich muss sagen, es hat sich gelohnt: Die cremige Erdnussbutterfüllung mit leicht salzig herzhafter Note passt sehr gut zum süßen Schokoladenmantel mit der obligatorischen Zuckerglasur. Der Schokoladenteil ist erfreulicherweise nicht so stark übersüßt wie bei der Mandelversion. Überhaupt ist die Erdnussbuttervariante insgesamt angenehm mild, sodass man nicht mal ein besonderer Liebhaber von Erdnussbutter sein muss, um sie zu mögen. Tatsächlich ist der Geschmack den klassischen M&M’s mit ganzer Erdnuss als Füllung sehr ähnlich, lediglich Haptik und Kaugefühl sind durch den cremig weichen Charakter anders. Alles in allem eine sehr positive Erfahrung.
Natürlich geht mir nun die Idee einer fiktiven Süßigkeit mit Erdnuss und Erdnussbutter durch den Kopf: Im Kern eine ganze Erdnuss umhüllt von einer hauchzarten Schicht Erdnussbutter und dann der Schokoladenmantel mit Glasur. Geschmacklich dürfte sich dadurch nicht viel ändern, aber die Haptik sollte wahrhaft eindrucksvoll sein. Vielleicht lesen die von M&M’s mit und nehmen sich meiner Idee an…
Spiegelei-Erdnussbutter-Sandwich
Samstag, 03. Mai 2008Für 1 Sandwich:
| 1 TL | Butter |
| 1-2 EL | Erdnussbutter, cremig |
| 1 | Ei |
| 2 | Scheiben Toastbrot |
| Salz | nach Geschmack |
Bei mittlerer Hitze zerlasse man etwas — in Amerika braucht’s grundsätzlich genaue Mengenangabe, also sagen wir 1 Teelöffel — Butter in einer kleinen Pfanne und schlage ein Ei in das heiße Fett. Man steche den Dotter vorsichtig an, sodass er zerläuft sich aber nicht mit dem Eiklar vermischt. Während das Ei brät, toastet man die Weißbrotscheiben goldgelb und bestreicht die warmen Hälften auf jeweils einer Seite mit cremiger Erdnussbutter.
Das Spiegelei ist fertig, sobald das Eiweiß vollständig gestockt der Dotter aber noch flüssig ist. Man bestreue das fertige Spiegelei mit Salz nach Geschmack, lege es auf die eine Toastscheibe, bedecke es mit der zweiten und verzehre es sofort warm. Das einmalige Geschmackserlebnis steht und fällt mit dem flüssigen Dotter, der sich mit der warmen Erdnussbutter vermischt. Deswegen darf das Ei nicht zu lange in der Pfanne bleiben.
Die M&M’s-Vielfalt: Mandel
Donnerstag, 01. Mai 2008Für Lukas.
Wer kennt sie nicht, die Schokolinsen mit buntem Zuckerüberzug, der laut Werbung nicht schon in der Hand sondern erst im Mund schmilzt. Es gibt sie in der ursprünglichen Nur-Schokovariante, gefüllt mit jeweils einem ganzen Erdnusskern und offenbar auch mit einem “Crispy Reis Kern” — die Rede ist von M&M’s. Um meinem Ruf als Miesmacher gerecht zu werden, muss ich natürlich gleich erwähnen, dass sie sehr wohl in der Hand schmelzen. Zumindest taten sie das, als ich es vor Jahren im Selbstversuch erprobt habe.
Worüber ich aber eigentlich schreiben will, sind M&M’s mit Mandelfüllung. In Deutschland nur den Eingeweihten bekannt und nicht über normale Kanäle erhältlich stehen sie in den USA in jedem Süßigkeitenregal und werden angeblich von einer großen Fangemeinde hochgelobt. Die amerikanische M&M’s-Seite zeigt uns, dass das Sortiment jenseits des Atlantik deutlich breiter und gewagter ist. Neben der Mandelvariante gibt es noch Zartbitterversionen und exotischere Kreationen mit Erdnussbutter (in den USA allgegenwärtig), Minze und Kirsche. Mal schauen, welche ich davon in Zukunft noch probieren werde.
Ehrlich gesagt haben mich die Mandel-M&M’s ein wenig enttäuscht. Verglichen mit Erdnüssen haben Mandeln einen deutlich feineren, dezenteren Geschmack und dieser geht in der klebrigen Süße der Schokoladenumhüllung schlichtweg unter. Man muss schon sehr aufmerksam schmecken, um von der Mandel mehr als nur den Kauwiderstand zu spüren. Im Vergleich ist Raffaelo ausgewogener komponiert, obwohl auch da die Mandel von der Süße in den Hintergrund gedrängt wird. Zumindest für mich ist es also kein Verlust, dass die Mandel-M&M’s in Deutschland nicht vertrieben werden.
Kommunikation durch Blinzeln
Montag, 28. April 2008Nachdem ich kürzlich den Film Le scaphandre et le papillon (Rezension auf Sneakcast) gesehen habe, muss ich ständig über Kommunikationsmöglichkeiten für quasi ganzkörpergelähmte Menschen nachdenken. Besagter Film erzählt die wahre Geschichte des vom Schlaganfall gezeichneten Elle-Redakteurs Jean-Dominique Bauby, der nur noch sein linkes Augenlid bewegen kann. Da er aber nach wie vor klaren Verstandes ist, bedarf es einer effektiveren Kommunikationsmethode als einmal blinzeln heißt Ja und zweimal blinzeln Nein.
Im Film (und vielleicht auch in der Realität — nähere Informationen habe ich leider nicht) wird dazu folgende verblüffend einfache Methode angewendet: Der Kommunikationspartner sagt das Alphabet auf und der Gelähmte stoppt durch Blinzeln bei dem Buchstaben, den er kommunizieren will. Aus Effizienzgründen verwendet man beim Aufsagen der Buchstaben natürlich nicht die alphabetische Reihenfolge. Stattdessen werden die Buchstaben nach Häufigkeit ihrer Verwendung in der benutzen Sprache sortiert und aufgesagt.
Diese Form der Kommunikation ist zwar langwierig aber einfach und funktional. Bauby gelang es damit sogar, seine Memoiren mit einer Geschwindigkeit von ein bis eineinhalb Seiten pro Tag zu diktieren und als Buch zu veröffentlichen.
Trotzdem stellt eine Kommunikationsgeschwindigkeit von weniger als zwei Seiten pro Tag eine gewaltige Einschränkung dar, sodass ich mich frage, warum man keine effektivere Übertragungsform wählt. Einfache Codierverfahren mit zwei Zuständen (Lid offen oder geschlossen) wie der Morse- oder Baudot-Code können von jedem geistig normalen Menschen innerhalb kurzer Zeit erlernt werden und ermöglichen selbst bei langsamen Blinzeln eine Übertragungsrate von fünf oder mehr Wörtern pro Minute, womit sie deutlich schneller sind als das vorher beschriebene Verfahren. Natürlich setzt die Verwendung eines solchen Codes voraus, dass der Gesprächspartner diesen auch beherrscht, doch beim diktieren und der überwiegenden Kommunikation mit nahen Verwandten und dem Sprachtherapeuten sollte das kein Problem darstellen.
Ich frage mich wirklich, ob ich da schlicht Probleme und Informationen übersehen, oder ob bisher einfach niemand auf diese Idee gekommen ist.
Führerschein auf kalifornisch
Freitag, 25. April 2008Manchmal werde ich das Gefühl nicht los, dass in der Vergangenheit deutsche Bürokraten in die USA, speziell nach Kalifornien exportiert wurden. Anders kann ich mir den wahnwitzigen Verwaltungsapparat kaum erklären.
Nehmen wir einmal an, ein deutscher Tourist wolle in Kalifornien Auto fahren. Da gibt’s (zumindest in der Theorie) keinerlei Probleme. Mit dem deutschen Führerschein darf unser Tourist so lange in den Staaten fahren wie er sich dort rechtmäßig aufhält. Ganz anders sieht das dagegen für “Ansässige” (residents) aus. Bei denen gilt der deutsche — wie auch jeder andere ausländische Führerschein — lediglich 14 Tage. Danach braucht man einen kalifornischen oder muss auf’s Fahren verzichten. Da ich ein J-1 Visum und einen Job — wenn auch unbezahlt — an der UCSB habe, eine Wohnung miete und ein amerikanisches Konto führe, gelte ich hier als resident. Ergo brauche ich einen kalifornischen Führerschein und habe dieses Unterfangen heute in Angriff genommen.
“Einfach umschreiben lassen” funktioniert dabei leider nicht. Die hiesige Kraftfahrzeugbehörde DMV fordert von Inhabern nicht-amerikanischer Führerscheine eine theoretische und praktische Prüfung. Die einzig positive Überraschung ist, dass der ganze Spaß nur 28$ kostet. Natürlich gibt es auch den obligatorischen Haken: Zur praktischen Prüfung muss man sein Vehikel selbst mitbringen.
Meine Wenigkeit wandelte jedenfalls morgens früh um Acht ohne Termin aber mit bereits ausgefüllten Formularen in die Behörde, um den Führerscheinantrag zu stellen und der theoretischen Prüfung für Auto und Motorrad völlig unvorbereitet entgegen zu treten. Nach Abgabe von Fingerabdrücken — meine kriminelle Karriere ist wohl vorbei, bevor sie überhaupt begonnen hat — und Anfertigen eines Passbildes — die werden hier übrigens von den Behörden selbst gemacht — erhielt ich auch schon die Testbögen. Die Fragen sind wirklich einfach, vor allem weil sie anders als in Deutschland auf mehrfache Verneinungen verzichten und immer nur genau eine der drei vorgegebenen Antworten richtig ist. Obendrein darf man sich 6 von 36 (Auto) bzw. 4 von 25 (Motorrad) Fehler leisten. Gemein für Faulpelze wie mich waren allerdings die Strafmaßfragen. Woher soll ich bitte wissen, ob man für’s Abladen von Tieren auf dem highway 1000, 6000 oder 10000$ zahlen muss, oder ob man für Fahrerflucht mit Todesfolge sechs Jahre ins county jail, sechs Jahre ins state prison oder sonstwohin geht…
Es wird wohl niemanden überraschen, dass ich beide Tests bestanden habe und nun im Besitz einer vorläufigen Fahrerlaubnis für Auto und Motorrad bin. Letzteres darf ich allerdings bis zur praktischen Prüfung nicht nachts und nicht auf dem freeway fahren.
Hinduismus und Biochemie
Donnerstag, 24. April 2008Auf den ersten Blick scheinen Inder und gläubige Hindus in der Biochemie keine Ausnahme zu sein. Tatsächlich arbeiten in allen (biochemischen) Laboratorien, die ich bisher von innen gesehen habe, Inder und ausnahmslos waren sie Hindus. Wenn ich mich recht erinnere, sind Kühe im Hinduismus heilige Tiere, die weder getötet noch verzehrt werden dürfen. Und damit wären wir beim Paradoxon. — Warum?
Zum einen ist da des Biochemikers Lieblingsprotein BSA, das im Laboralltag quasi überall und jederzeit vorkommt. BSA steht für bovines Serumalbumin und damit ist eigentlich alles gesagt; es wird aus dem Blutserum von Rindern gewonnen. Und das geschieht freilich nicht, indem man einer lila Milka-Kuh gut zuredet, sie streichelt und ihr dann vorsichtig ein wenig Blut abnimmt. Nein, sehen wir den Tatsachen ins Auge: zur Gewinnung von BSA werden Kühe getötet.
Auch das Protein Myoglobin mag der Biochemiker gerne. Normalerweise kommt es im Muskel vor und übernimmt dort den Sauerstoff vom Blut, um ihn für die Energiegewinnung zur Verfügung zu stellen. Ihr dürft jetzt dreimal raten, woher man Myoglobin bekommt…
Ich wette Ihr kommt nicht drauf: John Kendew hat es aus Pottwalen isoliert und die Struktur mittels Röntgenbeugung aufgeklärt. Dafür hat er 1962 zusammen mit Max Perutz den Nobelpreis für Chemie erhalten. Heutzutage gewinnt man Myoglobin allerdings aus Rinderherzen. Die sind zwar einfacher zu bekommen als Pottwale, aber die Herzentnahme führt meines Wissens ausnahmslos zum Tod der Rinder…
Zwar könnte ich noch zahlreiche weitere Beispiele nennen, aber ich denke der Punkt ist klar: Biochemiker arbeiten mit Proteinen und zu deren Gewinnung müssen meist Tiere sterben; häufig handelt es sich dabei um Rinder. Natürlich gibt es biochemische Arbeitsfelder, wo kaum (oder gar nicht) mit Proteinen gearbeitet wird, doch zumindest in Ausbildung und Studium kommt niemand um Proteine, BSA und die toten Rinder herum.
Ist das (für Hindus) nun ein theologisches Problem? — Ich weiß es nicht, finde die Frage aber äußerst interessant. Vor allem, weil sich bisher niemand, den ich kenne — die Hindus eingeschlossen — darüber Gedanken gemacht hat. Sogar das Internet, respektive Tante Google schweigt zu dem Thema. Für die meisten kommen BSA, Myoglobin und dergleichen wohl schlicht und einfach “aus der Flasche” — genauso wie Strom aus der Steckdose und Benzin aus der Zapfsäule.
