Archiv für die Kategorie ‘Technik’

Nachruf und Sendepause

Montag, 04. August 2008

In Homers Gesängen ist Eumaios Odysseus’ getreuer Schweinehirte, der den von Athene in einen Greis verwandelten König aufnimmt und bewirtet, gleichwohl er den Heimkehrer ob der göttlichen Verzauberung nicht erkennt, und ihm schließlich beim Kampf gegen die Freier, die des herrlichen Dulders Heim und Weib bedrängen, tapfer zur Seite steht.

Eumaios ist auch der Name meines Acer TravelMate 292 LMi Laptops, der wie alle meine Computer und Multimediageräte einen Namen aus der griechischen Mythologie trägt. Nach gut vier Jahren hat er nun (wahrscheinlich) das zeitliche gesegnet. Unter herzerweichendem Piepen und grotesken Graphikfehlern hat er wohl sein Leben ausgehaucht.

Leider wird es in den Tagen ohne eigenen Computer/Laptop etwas stiller auf herzhirnhand.de werden. Doch zumindest für die Reiseberichte an die Ostküste und nach Südkalifornien habe ich mit Adrian und Axel zwei fähige Schreiberlinge gewinnen können, die ihre Eindrücke unserer gemeinsamen Ausflüge in nächster Zeit hier veröffentlichen werden.

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Kommunikation durch Blinzeln

Montag, 28. April 2008

Nachdem ich kürzlich den Film Le scaphandre et le papillon (Rezension auf Sneakcast) gesehen habe, muss ich ständig über Kommunikationsmöglichkeiten für quasi ganzkörpergelähmte Menschen nachdenken. Besagter Film erzählt die wahre Geschichte des vom Schlaganfall gezeichneten Elle-Redakteurs Jean-Dominique Bauby, der nur noch sein linkes Augenlid bewegen kann. Da er aber nach wie vor klaren Verstandes ist, bedarf es einer effektiveren Kommunikationsmethode als einmal blinzeln heißt Ja und zweimal blinzeln Nein.

Im Film (und vielleicht auch in der Realität — nähere Informationen habe ich leider nicht) wird dazu folgende verblüffend einfache Methode angewendet: Der Kommunikationspartner sagt das Alphabet auf und der Gelähmte stoppt durch Blinzeln bei dem Buchstaben, den er kommunizieren will. Aus Effizienzgründen verwendet man beim Aufsagen der Buchstaben natürlich nicht die alphabetische Reihenfolge. Stattdessen werden die Buchstaben nach Häufigkeit ihrer Verwendung in der benutzen Sprache sortiert und aufgesagt.
Diese Form der Kommunikation ist zwar langwierig aber einfach und funktional. Bauby gelang es damit sogar, seine Memoiren mit einer Geschwindigkeit von ein bis eineinhalb Seiten pro Tag zu diktieren und als Buch zu veröffentlichen.

Trotzdem stellt eine Kommunikationsgeschwindigkeit von weniger als zwei Seiten pro Tag eine gewaltige Einschränkung dar, sodass ich mich frage, warum man keine effektivere Übertragungsform wählt. Einfache Codierverfahren mit zwei Zuständen (Lid offen oder geschlossen) wie der Morse- oder Baudot-Code können von jedem geistig normalen Menschen innerhalb kurzer Zeit erlernt werden und ermöglichen selbst bei langsamen Blinzeln eine Übertragungsrate von fünf oder mehr Wörtern pro Minute, womit sie deutlich schneller sind als das vorher beschriebene Verfahren. Natürlich setzt die Verwendung eines solchen Codes voraus, dass der Gesprächspartner diesen auch beherrscht, doch beim diktieren und der überwiegenden Kommunikation mit nahen Verwandten und dem Sprachtherapeuten sollte das kein Problem darstellen.

Ich frage mich wirklich, ob ich da schlicht Probleme und Informationen übersehen, oder ob bisher einfach niemand auf diese Idee gekommen ist.

Das MacBook Air

Dienstag, 22. April 2008

Für Dennis.

Endlich ist es mir gelungen, Apples neueste Schöpfung, das MacBook Air, unter die Lupe zu nehmen. Ein Kollege war so freundlich, mich sein Kleinod ansehen, anfassen und ausprobieren zu lassen.

Um es kurz zu machen: Ich bin absolut enttäuscht.

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Samsung YP-U3: UMS-Modus aktivieren

Donnerstag, 17. April 2008

Der YP-U3 von Samsung ist ein kleiner MP3-Player mit 1-4GB Flash-Speicher, ansprechend modernem Design, OLED-Display und integriertem Li-Polymer-Akku. Letzteres macht ihn interessant für Leute, die auf Einwegbatterien verzichten möchten, jedoch weder Akkus noch Akkuladegerät besitzen (wollen). Über einen versenkbaren, zugegebenermaßen etwas labil erscheinenden USB-Stecker kann der YP-U3 am Computer (oder Laptop) geladen werden. Für das Aufladen ohne Computer ist die Anschaffung eines USB-Ladeadapters nötig.

Unter den kommerziell erhältlichen MP3-Playern zeichnet sich der YP-U3 besonders durch die Unterstützung von OGG Vorbis aus und scheint damit eine lohnende Investition zu sein.

Der (einzige) Haken des YP-U3 ist, dass er MTP als Übertragungsprotokoll benutzt. Im Klartext heißt das, der Player erscheint beim Anstöpseln an den PC nicht als Laufwerk (wie es UMS-Geräte tun), auf das man einfach seine Musikdateien kopieren kann, sondern als Multimediagerät Entsprechend braucht man eine spezielle Software, um Musikdateien auf das Gerät zu übertragen. Ipod-Nutzer mögen mit iTunes eine solche Geißel gewöhnt sein, aber für freie Menschen ist MTP schlichtweg inakzeptabel.
Warum? — Weil ein UMS-Gerät für den PC wie ein normales Laufwerk erscheint. Man kann unabhängig vom Betriebssystem an jedem Computer mit USB-Anschluss Musik auf und vom Player kopieren und man kann den Player als einfaches USB-Speichermedium nutzen — kurzum man ist flexibel. MTP bietet all diesen Komfort nicht, zwingt einen zur umständlichen Installation von Software und funktioniert unter Linux häufig nicht.

Was also tun? — Möglichkeit eins: nicht kaufen. Möglichkeit zwei: mit MTP arrangieren. Dazu erklärt uns Meik in seinem Blog, wie man den YP-U3 unter Linux ans laufen bekommt. Möglichkeit drei: Radikalkur durch alternative Firmware. Im Folgenden werde ich eine Möglichkeit vorstellen, den YP-U3 in ein “normales” UMS-Gerät zu verwandeln, das an jedem Computer wie ein Laufwerk erkannt wird.

Warnung: Auch wenn es bei zahlreichen Nutzern problemlos funktioniert hat, kann das Modifizieren der Firmware das Gerät nachweislich irreparabel zerstören. Ich übernehme keinerlei Haftung und Verantwortung für etwaige Schäden. Ob die Modifikation mit den Garantiebedingungen von Samsung vereinbar ist, kann ich nicht sagen. Die Modifikation kann jedoch jederzeit rückgängig gemacht werden.

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