Archiv für die Kategorie ‘Astro’

Öffentliche Beobachtung: Mt. Tam Star Party

Samstag, 24. Mai 2008

Für Ewald.

Am 10. Mai fand im Mt. Tam(alpais) State Park die erste öffentliche Beobachtung der San Francisco Amateur Astronomers in der Session 2008 statt. Da ich zu dieser Zeit mehr oder weniger zufällig in San Francisco war, schaute ich natürlich bei den amerikanischen Sternfreunden vorbei.

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Merkur - Planet und Götterbote

Mittwoch, 07. Mai 2008

Für Nikolaus Kopernikus.

Mond und MerkurDer kleinste und sonnennächste Planet unseres Sonnensystems hört auf den Namen Merkur und stellt einen ganz und gar ungemütlichen Ort dar. Auf der Tagseite ist es mit Temperaturen jenseits von 450 °C muckelig warm, während man auf der Nachtseite bei weniger als -180 °C schockgefrostet wird. Obendrein ist ein Merkurtag, also die Zeit zwischen zwei Sonnenaufgängen, mit 176 Tagen doppelt so lang wie das 88 Tage dauernde Merkurjahr.

Merkur ist auch der römische Name für den geflügelten Boten der Götter, der gleichzeitig Gott der Boten, Diebe und Händler ist und von den alten Griechen Ἑρμής (Hermes) genannt wurde. Dass Planet und Gott den gleichen Namen tragen, ist kein Zufall, bewegt sich der flinke Merkur doch rastlos auf seiner sonnennahen Bahn. Dabei ist er der Sonne so nah, dass er meist in ihrem Licht untergeht und von der Erde aus nicht gesehen werden kann. Nur wenige Tage im Jahr, wenn der Abstand von Merkur und Sonne am Erdhimmel maximal wird, kann man ihn morgens kurz vor Sonnenaufgang bzw. abends kurz nach Sonnenuntergang mit bloßem Auge knapp über dem Horizont sehen. Durch die Nähe zum Horizont wird sein Licht allerdings stark von der Erdatmosphäre geschwächt. Obwohl er eigentlich ziemlich hell ist — vergleichbar mit den hellsten Sternen am Nachthimmel —, wird er dadurch sehr schwer zu beobachten — insbesondere bei den Wetterverhältnissen in Nordwestdeutschland und Umgebung.

Einer Anekdote zufolge war es dem großen Astronomen Nikolaus Kopernikus zu Lebzeiten nicht vergönnt, Merkur auch nur ein einziges mal mit eigenen Augen zu erblicken. Noch auf dem Sterbebett soll er dieses Schicksal bedauert haben.
Auch wenn ich den Großteil meines Lebens noch vor mir habe, fürchtete ich schon, mir könnte ähnliches bestimmt sein. Mehr als zehn Jahre erfolgloser Versuche, Merkur zu sehen, können ganz schön demotivierend sein. Doch just am 6. Mai 2008 um 20:21 (PDT) habe ich Merkur zum ersten Mal mit eigenen Augen gesehen.

Der photographische Beweis zeigt den Neumond und Merkur knapp über dem Horizont am westlichen Abendhimmel von Santa Barbara. Neben der strahlenden Mondsichel sieht man den restlichen Teil des Mondes beleuchtet durch den Widerschein der Erde, dem sogenannten aschgrauen Licht. Merkur ist der unscheinbare Lichtpunkt am unteren Bildrand links von der Mitte.